Problematische Inhaltsstoffe der konventionellen Kosmetik (Teil 2) | Natürlich Schöner

Gastartikel |

100 Percent Pure und Michaela von Natürlich Schöner über Problematische Inhaltsstoffe in der Kosmetik
 

Bereits im ersten Teil habe ich einige problematische Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik vorgestellt. Leider war dies noch nicht abschließend, denn die Liste lässt sich durchaus noch fortführen. Deshalb geht es heute weiter mit dieser Thematik.
 

Mikroplastik

Als Mikroplastik bezeichnet man kleinste Kunststoffteilchen, die in konventioneller Kosmetik für verschiedenste Zwecke eingesetzt werden, z.B. als Peelingkörnchen, zur Eintrübung von Flüssigseife oder um Sonnencremes wasserfest zu machen. Bereits seit Jahren wird von vielen Seiten gefordert, Mikroplastik in Kosmetik zu verbieten, da diese Kleinstteilchen über den Abfluss in unsere Gewässer kommen und nicht komplett von Kläranlagen herausgefiltert werden können. Problematisch ist an Mikroplastik, dass sie Umweltgifte anziehen. Werden sie nun von Kleinstlebewesen gefressen, nehmen diese automatisch auch diese Gifte mit auf. Welche Auswirkungen dies auf das biologische Gleichgewicht in Gewässern und letztlich auch für uns Menschen hat, da Mikroplastik gleichfalls immer stärker Bestandteil der Nahrungskette wird, ist bis heute nicht geklärt.

Auch wenn Mikroplastik aus Kosmetik nicht die einzige Eintragsquelle ist, ist es doch die, bei der es am schnellsten vermieden werden könnte. Leider ist ein Verbot von Mikroplastik in Deutschland bisher nicht absehbar. Von daher ist die einzige Möglichkeit, als Konsument darauf zu achten und Produkte, die Mikroplastik enthalten, nicht zu kaufen.

Erkennen kann man Mikroplastik z.B. an Bezeichungen wie: Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Acrylates Copolymer (AC), Acrylate Crosspolymer (ACS), Polymethylmethacrylate (PMMA), Polyacrylate (PA), Polystyrene (PS) oder Polyquaternium (P).
 

Silikone

Ein Inhaltsstoff, der trotz diverser Diskussionen immer noch in vielen konventionellen Kosmetikprodukten zu finden ist, ist Silikon. Bekannt geworden sind Silikone insbesondere durch die Probleme, die sie bei der Haarpflege verursachen. Sie legen sich wie ein Film ums Haar, wodurch die Haare zunächst glatt und geschmeidig aussehen, mit der Zeit aber immer stärker beschwert werden. Gleichzeitig dringen keinerlei Nährstoffe und Feuchtigkeit mehr in die Haare, wodurch sie immer stärker austrocknen.

Aber auch auf der Haut sind Silikone nicht unproblematisch. Im ersten Moment lassen sie die Haut zwar wunderbar glatt und geschmeidig aussehen, da sie kleinere Fältchen auffüllen. Auf Dauer trocknet die Haut aber zunehmend aus, da sie unter dieser versiegelnden Schicht nicht mehr richtig arbeiten kann. Zusätzlich verstopfen Silikone die Poren und können dadurch vermehrt zu Pickeln und unreiner Haut führen. Deshalb gelten Silikone auch als stark komedogen. Allein das wären schon genug Gründe, um auf Silikone in der Haut- und Haarpflege zu verzichten. Es kommt aber noch hinzu, dass sie die Umwelt belasten, da sie sehr schwer abbaubar sind.

Erkennen kann man Silikone zumeist an der Endung –icone oder -xane, wie z.B. Dimethicone oder Polysiloxane.
 

UV-Filter

Wir alle wissen, wie wichtig zuverlässiger Sonnenschutz für die Haut ist, um sie vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen. Aber spätestens seitdem in einigen Ländern verschiedene UV-Filter verboten wurden, ist klar, dass bei Weitem nicht alle unbedenklich sind.

Grundsätzlich gibt es chemische und mineralische Lichtschutzfilter. Erstere werden ausschließlich in konventioneller Kosmetik eingesetzt und wirken, indem die UV-Strahlung in der Haut in andere Energieformen (z.B. Wärme) umgewandelt wird. Dabei können chemische Reaktionsprodukte entstehen, deren Wirkung noch nicht vollends erforscht ist. Es wurde aber bei einigen chemischen Filtern bereits eine hormonelle Wirksamkeit nachgewiesen und auch allergische Reaktionen können auftreten.

Doch damit nicht genug. Auch die Umwelt wird durch einige chemische UV-Filter geschädigt. So haben die Pazifikinseln Palau und Hawaii bereits Sonnencremes mit Octinoxat und Oxybenzon verboten, da diese Korallen und Fische schädigen. Zwar sind nicht alle chemischen UV-Filter bedenklich, vor dem Kauf einer konventionellen Sonnencreme sollte man sich aber genau anschauen, welche enthalten sind. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man auf Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern (non Nano!) setzt.
 

Sonstige

Natürlich kann ich hier nicht abschließend alle problematischen Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik behandeln, sondern habe mich auf einige beschränkt, die sehr häufig vorkommen. Es gibt aber noch weit mehr, z.B. einige synthetische Duftstoffe, halogenorganische Substanzen, Phthalate, Konservierungsmittel, die man ebenfalls vermeiden sollte. 

Wer nun keine Lust hat, jedes Mal ausgiebig die Inhaltsstoffe zu studieren und jeden einzelnen auf Unbedenklichkeit zu checken, kann es sich einfach machen und auf Marken wie 100% Pure setzen, die bewusst auf problematische Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Parabene, Silikone, Mineralöle usw. verzichten.
 

Problematische Inhaltsstoffe in Kosmetik


Gastartikel von

Michaela von Natürlich Schöner

"Ich liebe es, INCI-Listen zu studieren und neue Naturkosmetik zu entdecken"

www.natuerlich-schoener.com

Michaela von Natürlich Schöner

Michaela lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Köln, bloggt seit 2010 über Naturkosmetik und Inhaltsstoffe.
Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich außerdem mit Nachhaltigkeit, Aromatherapie und Healthy Lifestyle.

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