Interview mit Madame Rhos - Über Vintage Fashion und Naturkosmetik

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Gastartikel Madame Rhos
 

Wann bist du auf Naturkosmetik umgestiegen und warum? Gab es ein bestimmtes Ereignis, das dich zum Umdenken gebracht hat?

Ich bin im Jahr 2013 auf Naturkosmetik umgestiegen. Ich färbte mir damals die Haare zweimal in zu kurzem Abstand und ließ die Farbe zu lange auf dem Haar - daraufhin war es ganz kaputt und ich begann zu googlen… Ich war schockiert, was alles in meinen Kosmetikprodukten steckte. Damit einhergehend installierte ich die App Codecheck und war nicht mehr zu bremsen - sowohl daheim als auch in der Drogerie scannte ich sämtliche Produkte. Zu der Zeit war ich auch recht frisch vegan und als ich meine liebste Rosenseife, mit der ich jeden Tag duschte, scannte, ekelte es mich: Ich duschte also täglich mit den Schlacht- Resten von Tieren (Rindertalg). Somit merkte ich sowohl an meinem Körper, dass die Chemie nicht gut sein kann, als auch rein ethisch, dass ich das einfach nicht möchte.
 

Deine besten Tipps, um auf Naturkosmetik umzusteigen.

Jeder Schritt zählt. Man muss nicht alles sofort verbannen und auf Biegen und Brechen neue Produkte kaufen, die sich aber vllt als Fehlkäufe entpuppen und dann auch nicht benutzt werden. Heute gibt es weitaus mehr Blogs, Onlineshops und Marken als noch vor sechs Jahren. Es lassen sich recht schnell Damen finden, in deren Online Content man sich wiederfindet, vor allem auf Instagram - in dem Fall: einfach fragen, was das Zeug hält! Meiner Erfahrung nach freut sich absolut jede Naturkosmetiknutzerin, wenn sie einem Neuling auf dem Gebiet helfen kann! Fangt mit Produkten an, die ihr am meisten nutzt - wie zum Beispiel Duschgel und andere Körperprodukte. Auch deshalb, weil es die größte Fläche ist, die Produkten ausgesetzt ist.

Dekorative Kosmetik kam in meinem Fall zum Beispiel damals auch erst zum Schluss. Allerdings auch deshalb, weil es damals noch nicht mal ansatzweise so viel Auswahl gab (und ich als Opernsängerin berufsbedingt stark pigmentiertes und langanhaltendes Make Up brauche, was damals schwer zu finden war). Tastet euch ruhig in der Drogerie vor, denn dann sind Fehlkäufe noch verkraftbarer als bei kostspieligeren Marken - man muss sich in jedem neuen Gebiet erst einmal umschauen, was man mag und vor allem auch verträgt. Viele nutzen Naturkosmetik nicht, weil sie die ätherischen Öle nicht vertragen - doch es gibt so viele Produkte, in denen es nicht enthalten ist. Wenn euer Körper etwas abstößt, keinesfalls aufgeben - einfach die Umgebung fragen, ob sie es weiternutzen wollen und dann kann die Safari weitergehen. Noch dazu ist das Umfeld dann auch um ein Naturprodukt reicher und ihr werdet sehen, dass weitaus mehr an dem Thema interessiert sind, als ihr dachtet.

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Seit wann trägst du Vintage-Fashion und wie kam es dazu? Trägst du auch ab und zu moderne Klamotten wie beispielsweise eine Jeans?

Ich habe erst 2017 meine Garderobe umgestellt. Ich wurde in dem Jahr Mutter meines Sohnes Adam und habe nach 6 Monaten den Drang nach Veränderung verspürt. Die Mode der alten Jahrzehnte fand ich schon immer spannend, vor allem von den Dior Roben habe ich immer geträumt. Als ich 2009 den Film Coco Chanel im Kino sah, war es um mich geschehen und ich sagte mir „irgendwann möchte ich mich auch so kleiden!“. Doch redete ich mir immer ein, dass das heute nicht umsetzbar sei.

Dann plötzlich entdeckte ich auf Instagram zufällig Vintage Accounts. Und ich war erstaunt - die Frauen kleiden sich HEUTE so!? „Das kann ich auch“, dachte ich mir! Ich stellte all meine Kleidung bei Kleiderkreisel ein und reinvestierte das Geld in Vintage-Retrobrands und Original Vintage Kleidung - alles Second Hand. Da waren viele Fehlkäufe dabei, denn ich war absoluter Neuling auf dem Gebiet, ich musste erst entdecken, was mir steht und was ich mag. Denn so schön ich die 40er Jahre (oder andere Jahrzehnte) an einigen Damen finde, es steht mir einfach nicht. Da alles Secondhand war, konnte ich es verkraften, denn ich habe es entweder für den gleichen Preis oder etwas weniger wieder eingestellt. Dann fand ich, was ich liebte und mir am besten stand und auch im Alltag umsetzbar für mich ist: die 50er Jahre.

An kühleren Tagen erkennt man auch ganz klar den typischen New Look von Dior. Pure Eleganz, große Hüte, darin fühle ich mich immer am wohlsten und zuhause. Ich kleide mich heute gar nicht mehr modern, darin fühle ich mich einfach nicht wohl, das bin nicht ich. Allerdings haben wir dieses Jahr ein Fashionjahr, das viele Blusenkragen und Saumlängen der 40er und 50er Jahre wieder in die Läden gebracht hat. Man findet auch Secondhand viele 80er Jahre Teile, die für den 40s oder 50s Stil anpassbar sind. Ich habe tatsächlich eine Jeans, eine Vintag- Levis. Doch trage ich sie nie. Ich habe mir eingeredet, ich könne sie auf dem Spielplatz im sommerlichen 50s-Look tragen, doch es passt einfach nicht zu mir. Denn auch wenn man denkt ein Jahrzehnt ist recht eingrenzend, gibt es so viele verschiedene Richtungen - das sieht man gut an Marylin Monroe und Audrey Hepburn. Gleiche Zeit, völlig unterschiedliche Modestile (und Körper sowieso). Man muss, egal welche Kleidung man mag, schauen was einem steht, zum Typ und Körper muss es passen. Und wenn man sich einmal gefunden hat, macht Mode noch viel mehr Spaß! Weil man ist nicht ständig beeinflusst, wird kreativer und strahlt das Selbstbewusstsein auch aus - was die halbe Miete von jedem Look ist!


Madame Rhos
 

Deine Bilder strahlen so eine Leichtigkeit und Verträumtheit aus - Was für ein (Lebens-)Gefühl verbindest du mit der Vintage-Mode?

Oooh, vielen Dank!!!! Mode beeinflusst meine Stimmung - wenn ich mich gut gekleidet fühle, strahle ich das aus. Wenn ich nicht gut drauf bin, hebe ich meine Stimmung mit schöner Kleidung, um mir selbst eine Freude zu machen. Denn das ist das Allerwichtigste: ich kleide mich für mich allein, weil ICH es schön finde.

Damals war es ein Hinterhertragen von Trends, ein Einkleiden wie es die Modeindustrie diktierte. Ich tat es fremdbestimmt. Heute bin ich es, die entscheidet. Und das lässt mich frei fühlen. In Berlin hatte ich auch das Glück nur positive Resonanz erhalten zu haben, da war der Umstieg leicht. Vintage Mode war ein Befreiungsschlag für mich! Besonders die 50er Jahre! Ich habe kleine Brüste, aber eine breite Hüfte - diese Mode kommt mir da sehr entgegen. Früher fühlte ich mich sonst nie wirklich schön. Ich fühlte mich wie eine ständige Kopie - es waren Looks, die an anderen traumhaft aussahen, doch an mir nicht. Die damalige Mode war auch darauf ausgelegt die Vorzüge einer jeden Frau hervorzuheben und anderes zu kaschieren. Die Frauen wussten sehr früh, was ihnen steht, somit waren sie einfach immer gut gekleidet. Das ist leider verloren gegangen - bei so viel Auswahl bleibt hingegen der Zwang in allem hineinpassen zu müssen. Die Körperideale waren auch andere, die Models waren fraulicher als heute. Dior half sogar nach und polsterte die Hüfte aus, verlangte auch Korsetts für eine schmale Taille, somit wurde eine sehr weibliche Silhouette geschaffen. Solche Bilder zu betrachten ist wie ein Traum - das auch in ähnlicher Form in sein Leben zu integrieren, ist ein wahrgewordener Traum.

Als ich anfing meinen Instagram Account zu gestalten, habe ich oft bei der Bearbeitung meiner Bilder gedacht: wow, das bin ICH! Ich wurde zu der Frau, die ich immer sein wollte. Ohne, dass ich je vorgehabt hätte solch ein Selbstbild zu verwirklichen - ich verwirkliche einfach meine Träume. Mal geht es schneller, mal langsam und schleppend. Aber ich bleibe immer dran, und wenn Träume sich als nicht so ideal herauspuppen, ist das auch ok. Man bleibt aber in Bewegung und lehrt sich selbst jeden Tag mutig zu sein, egal was das Umfeld einem diktieren möchte. Viele reagieren negativ auf Träume anderer, doch wenn sie plötzlich umgesetzt sind, klatschen alle Beifall. Deshalb unterstütze ich jeden, der Träume hat - ich weiß selbst wie schwer es ist ganz allein mit seinen Ideen zu stehen und sie vor bösen Worten zu schützen. So bin ich Opernsängerin geworden.
 

Vintage-Fashion und Naturkosmetik ist eine sehr interessante Kombination, die dich einzigartig macht. Warum passt beides für dich zusammen? Oder anders gefragt – was verbindet beide Bereiche für dich?

Vintage-Mode und Naturkosmetik sind tatsächlich noch eine seltene Kombination, doch ist es für mich anders absolut gar nicht mehr vorstellbar. Früher haben viele Frauen ihre Kosmetik selbst hergestellt - da sie viel weniger Produkte besaßen und brauchten, war das noch umsetzbarer als man heute denkt.

Die Hautpflege war das Wichtigste, nur dann machte Make Up Sinn und davon brauchte man dann nicht viel, sondern betonte und kaschierte, wie bei der Mode auch. Die Frauen haben damals auch oft ihre Kleider selbst genäht, es wurde sehr auf Qualität statt Quantität geachtet. Finanziell gut situierte Frauen konnten sich natürlich mehr leisten, doch auch da siegte stets die Qualität, denn man wollte dennoch, dass Kleidung lange hält und nicht beim ersten Waschgang auseinanderfällt. Der Trend geht heute vermehrt zu Qualität, ethical fair, slow Fashion zurück, somit ist es für mich auch nur logisch meine Kosmetikprodukte auch so auszuwählen, dass sie qualitativ hochwertig sind und mir keine unreine/ schnell alternde Haut aufgrund ihrer Inhaltsstoffe bescheren. Wenn man seine Go-to-Kosmetikprodukte gefunden hat, braucht man nicht viel - warum noch Chemie nutzen, wenn Natur so viel mehr zu bieten hat?
 

Deine Lieblingsprodukte von 100% Pure?

Oh das sind sehr viele… Die super fruits healthy Foundation ist stark deckend, mit einem matten, pludrigen Finish, das Transclucent Puder setzt das Make Up langanhaltend mit einem Photoshop Effekt. Allem voran noch der Luminous Primer, der aus jeder Foundation eine perfekte Base macht - sie wurde mir damals auch empfohlen, und ich bin absolut begeistert. Denn in der Naturkosmetik gibt es sonst keinen Primer für mich, der seine Funktion so gut erfüllt wie dieser.
 

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Die Augenbrauenpomade ist fest und somit ebenso langanhaltend. Der Liquid Eyeliner hält ewig aufgrund der Konsistenz - er trocknet gummiartig weg, der auf dem Lid ewig bleibt, beim Abschminken aber mehr Aufmerksamkeit braucht, weil er sich eher abrubbeln lässt. Doch ist er vor allem im Sommer ein Produkt, was ich täglich nutze!

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Die Semi Matte Lippenstifte sind wunderschön, haben ein herrliches satin Finish und die Farben sind enorm leuchtend! Mein Liebling ist die bald aufgebrauchte Farbe Nopal - auch unterwegs auf die Wangen getupft sieht er wunderschön frisch und natürlich aus!
Zusammenfassend glänzt 100%pure mit starker Pigmentation, langer Haltbarkeit und sehr guter Verträglichkeit! Es ist vor allem auch ein Leichtes nur mit Produkten der Marke ein 50s Make Up zu schminken, wo mir bei anderen Marken meist etwas fehlt oder der Look dann doch etwas zu modern ist.
 

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Interview mit

Madame Rhos


"Vintage-Mode war ein Befreiungsschlag für mich!"

Madame Rhos Instagram

Nicole Rhoslynn bloggt auf Instagram über Vintage-Mode und Naturkosmetik.
Sie inspiriert viele Frauen mit 50er Jahre Looks und empfiehlt ihre Beauty-Lieblinge
aus dem Naturkosmetik-Bereich. Eine echte Inspiration!

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